Neues Testverfahren an Grund- und Förderschulen

Ab dem 10.Mai gibt es an Grund-und Förderschulen ein neues Corona-Testverfahren. "Lolli-Tests" lösen die Selbsttests ab.

Land NRW schreibt diese Testungen vor

Die Schnelltests werden abgelöst. PCR-Pooltestungen – auch bekannt unter der Bezeichnung „Lolli-Tests“ ersetzen diese an allen Grundschulen, den Förderschulen sowie an den weiteren Schulen mit Primarstufe des Landes Nordrhein-Westfalens. 3 Wochen lang wurde das Verfahren an Kölner Schulen getestet und die Rückmeldungen waren laut Schulministerium NRW durchweg positiv.

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Was spricht für die "Lolli-Tests"?

Die Tests sind genauer als die Schnelltests. Denn es sind PCR-Tests, die identifizieren Infektionen auch bei niedriger Viruslast und damit wahrscheinlich geringerer Infektiosität. Gleichzeitig sollen diese Tests einfacher anzuwenden und kind- bzw. altersgerechter sein. Die Schüler und Schülerinnen lutschen 30 Sekunden auf einem Abstrichtupfer. Die Abstrichtupfer aller Kinder der Lerngruppe werden in einem Sammelgefäß zusammengeführt und als anonyme Sammelprobe (sog. „Pool“) noch am selben Tag in einem Labor nach der PCR-Methode ausgewertet. Diese Methode sichert ein sehr verlässliches Testergebnis.

Was passiert mit einem positiven Pool?

Sollte ein pool-Ergebnis positiv sein werden alle Schüler dieser Lerngruppe (dieses Pools) nachgetestet. So wird der positive Fall ermittelt. Alle Kinder können erst wieder zur Schule, wenn sie einen negativen PCR-Test vorlegen können.

Was sind die Nachteile?

Ein Problem ist der Faktor Zeit. Weil die "Lolli-Tests" in Laboren ausgewertet werden vergeht ein Tag, bis die Kinder wissen, ob sie einen positiven Fall in ihrer Lerngruppe haben. Solange sitzen sie gemeinsam mit ihren Klassenkameraden im gleichen Raum oder spielen auf dem Schulhof. Bei den Schnelltests lag direkt ein Ergebnis vor und positiv getestete Kinder konnten sofort abgeholt werden. Ein weiteres Problem: Wenn ein Pool-Test positiv ist dann muss die ganze Gruppe in Quarantäne. Bis zu den Ergebnissen der Nachtestung können mehrere Tage vergehen. Solange befinden sich Kinder in Quarantäne, können nicht zur Schule, obwohl sie selber vielleicht gar nicht positiv sind.

Was ist noch wichtig

  •    In der Regel entsprechen die Pools den Klassengrößen an diesen Förderschulen (Pool = Klasse).
  •    Die Testung der Schülerinnen und Schüler erfolgt an zwei Tagen in der Woche, die Einteilung dazu nimmt die Schulleitung vor.
  •    Die Entnahme der zweiten Probe (Einzelprobe als Rückstellprobe im Falle eines positiven Pools) erfolgt am Tag der Pooltestung der Schülergruppe in der Schule und wird gesondert aufbewahrt. Diese verbleibt in der Schule, bis die Rückmeldung des Labors zum getesteten Pool erfolgt ist. Bei negativer Poolbestimmung kann diese Probe entsorgt werden.
  •    Sollte eine Pooltestung am Mittwoch vor den Feiertagen (Christi Himmelfahrt, 13. Mai 2021) oder (Fronleichnam, 3. Juni 2021) ein positives Testergebnis aufweisen, erfolgt die Individualtestung und Abgabe der individuellen Probe in der Schule am darauffolgenden Freitag (14. Mai bzw. 4. Juni 2021)
  •    In der Pfingstwoche mit den Feiertagen am 24. Mai und 25. Mai 2021 finden zwei Pooltesttage statt (Mittwoch und Donnerstag).

Was sagen die Schulen?

Ab Montag (10.05) also überall Lolli-Tests statt wie bisher Selbsttests. Dabei hatten sich die Kinder wirklich gut an die bisherigen Tests gewöhnt, sagt Nicole Gatzke, die in Rhede die Overberg-Grundschule leitet.

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Das Stäbchen kommt ab nächste Woche aber nicht mehr in die Nase, sondern in den Mund. Außerdem werden die Ergebnisse im Labor ausgewertet und sind damit sehr viel zuverlässiger. Aber, das dauert auch länger. Im Zweifel sitzt also ein infiziertes Kind im Unterricht mit anderen Kindern zusammen und gilt dann erst am nächsten Tag als positiv und die ganze Klasse muss in Quarantäne. Denn die Lolli-Tests werden immer pro Klasse in eine Flüssigkeit gesteckt und auch gemeinsam ausgewertet. Man kann also nur feststellen, ob ein oder mehr Kinder der Klasse positiv sind. Wer und wie viele muss dann später in einem zweiten PCR Test geklärt werden. Das alles dauert und ist logistisch ein großer Aufwand. Erst wenn das Kind negativ getestet wurde, darf es zurück in den Unterricht. Trotzdem findet Nicole Gatzke die Entscheidung gut. Sie sagt, auf Dauer bringt uns diese Form mehr.

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Und das NRW Schulministerium argumentiert: die neuen Tests seinen alters- und kindgerechter. Und auch für Jörg Hunschede von der Johannesförderschule Gronau ist das der richtige Weg.

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(Quelle: NRW_Schulmail vom 03.Mai 2021)

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