Neuer Hebammenvertrag: Bürokratie statt Entlastung
Veröffentlicht: Freitag, 05.12.2025 07:25
Der neue Hebammenvertrag sorgt für Unmut: Freiberufliche Hebammen kritisieren Bürokratie und finanzielle Einbußen. Viele denken ans Aufhören.

Seit dem 1. November 2025 ist der neue Hebammenvertrag in Kraft, der zwischen drei Berufsverbänden und dem Krankenkassenverband ausgehandelt wurde. Doch statt die finanzielle Situation der freiberuflichen Hebammen zu verbessern und ihnen mehr Zeit für die Geburtshilfe zu ermöglichen, sorgt der Vertrag für Unzufriedenheit und wirtschaftliche Einbußen. Freiberufliche Hebammen müssen nun minutengenau dokumentieren, welche Tätigkeiten sie im Kreißsaal, bei der Geburtshilfe sowie der Vor- und Nachsorge ausführen. Dieser Bürokratie-Mehraufwand belastet den Arbeitsalltag erheblich. Zudem werden einige Leistungen nur minder oder gar nicht mehr vergütet, was die finanzielle Situation vieler Hebammen verschlechtert.
Rechtsmittel und mögliche Konsequenzen
Der Berufsverband Deutscher Hebammen hat bereits Rechtsmittel beim Sozialgericht gegen den Vertrag eingelegt. Bis eine Entscheidung fällt, stehen freiberufliche Hebammen vor schwierigen Entscheidungen: Entweder sie akzeptieren die Bedingungen des Vertrags oder sie rechnen ihre Leistungen privat ab.
Eine aktuelle Studie zeigt, dass fast die Hälfte aller freiberuflichen Hebammen in Deutschland darüber nachdenkt, den Beruf aus wirtschaftlichen Gründen aufzugeben. Andere ziehen eine Festanstellung in Betracht, um ihre Existenz zu sichern.
