Proteste in Iran: Sorgen auch im Westmünsterland
Veröffentlicht: Freitag, 16.01.2026 07:02
Die US-Regierung reagiert auf die Gewalt gegen Proteste in Iran mit neuen Sanktionen. Auch Menschen aus dem Westmünsterland blicken besorgt auf die Lage.

Regime greift hart gegen Proteste in Iran durch
Die US-Regierung hat eine neue Welle von Sanktionen gegen iranische Politiker und Unternehmen verhängt. Betroffen ist unter anderem Ali Laridschani, der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates. Laut einer Mitteilung der US-Regierung war Laridschani einer der ersten ranghohen Politiker, die zu einer gewaltsamen Niederschlagung der Demonstrationen aufgerufen haben. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights berichtet, dass bei den Protesten gegen das Regime bereits über 3.400 Menschen getötet wurden. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch noch höher sein. Auslöser für die Proteste sind eine verschärfte Wirtschaftskrise und die Unzufriedenheit mit dem autoritären Regime. Trotz der Gewalt gehen die Menschen weiterhin auf die Straße, um für eine bessere Zukunft zu kämpfen – oft unter Einsatz ihres Lebens.
Ex-Schöppingerin Hadis bangt um ihre Familie
Auch Menschen aus dem Westmünsterland blicken mit Sorge auf die Lage im Iran. Hadis, die lange in Schöppingen gelebt hat und heute noch in Deutschland wohnt, hat ihre Familie im Iran. Ihr Vater und ihr Bruder wurden bei den Protesten getötet, und sie weiß nicht, ob sie ihre Mutter und ihre Schwester jemals wiedersehen wird. Hadis berichtet, dass sie nur selten mit ihrer Familie sprechen kann, da das iranische Regime das Internet gesperrt hat. Trotz der schwierigen Situation sind die Menschen in Iran voller Hoffnung und bereit, für eine bessere Zukunft jeden Tag aufs neue ihr Lebens aufs Spiel zu setzen.