Anti-Atom-Initiativen fordern Last-Minute-Gespräche zu Castor-Transporten

Anti-Atom-Organisationen erhöhen den Druck auf die NRW-Landesregierung. Sie fordern Ministerpräsident Hendrik Wüst und Wirtschaftsministerin Mona Neubaur auf, kurzfristig Gespräche mit der Bundesregierung zu führen, um geplante Castor-Transporte durch NRW noch zu stoppen. Das teilte die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ mit.

Protest und politische Forderungen gegen Castor-LKW durch NRW

Ziel der Initiative ist es, die geplanten Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus noch zu verhindern und eine weitere Lagerung des Atommülls am bisherigen Standort in Jülich zu ermöglichen.

Konkret geht es um 152 Castor-Behälter mit rund 300.000 hochradioaktiven Brennelemente-Kugeln aus dem ehemaligen Forschungsreaktor in Jülich. Diese sollen über mehrere Jahre verteilt mit mehr als 50 LKW-Transporten quer durch Nordrhein-Westfalen ins Zwischenlager nach Ahaus gebracht werden.

Die Organisationen fordern von Wüst und Neubaur sogenannte Last-Minute-Gespräche mit der Bundesregierung. Zudem laden sie beide erneut ein, sich in Ahaus einer öffentlichen Diskussion mit der Bevölkerung zu stellen. An Innenminister Reul richten die Initiativen die Frage, ob seine Zusage aus dem November 2025 weiterhin gilt, vorerst den Ausgang des laufenden Gerichtsverfahrens zur Transportgenehmigung abzuwarten.

Besonders kritisch sehen sie den Autobahnabschnitt zwischen Oberhausen und Bottrop. Dort gebe es durch eine Großbaustelle ein sicherheitstechnisches Nadelöhr, das im Ernstfall umfangreiche Polizeieinsätze erforderlich machen könnte. Die Anwohner entlang der Strecke seien bislang nicht umfassend informiert worden. Begleitet werden die Forderungen von Protesten: Für Samstag, den 24. Januar, rufen die Organisationen gemeinsam mit dem BUND NRW zu einer Demonstration am Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd an der A2 auf. Unter dem Motto „Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn“ wollen die Initiativen auf Sicherheitsrisiken der Transporte aufmerksam machen. Besonders kritisch sehen sie den Autobahnabschnitt zwischen Oberhausen und Bottrop. Dort gebe es durch eine Großbaustelle ein sicherheitstechnisches Nadelöhr, das im Ernstfall umfangreiche Polizeieinsätze erforderlich machen könnte. Die Anwohner entlang der Strecke seien bislang nicht umfassend informiert worden. Auch die Gewerkschaft der Polizei hatte die geplanten Transporte zuletzt kritisiert. Zudem weisen die Initiativen darauf hin, dass auch das Zwischenlager Ahaus keine dauerhafte Lösung sei: Die Genehmigung läuft dort im Jahr 2036 aus, ein Endlager für hochradioaktiven Müll ist weiterhin nicht in Sicht.

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