3-30-300: Drei Zahlen für mehr Wohlbefinden
Veröffentlicht: Freitag, 29.08.2025 08:00

Psychologie
Brüssel (dpa/tmn) - Beim Blick aus dem Fenster: Sehen Sie da Bäume? Am besten große? Und wie weit ist es von Ihrer Arbeit oder Ihrer Wohnung bis zu einem Park, Wald oder ähnlichem? Und wieso ist das überhaupt wichtig?
Zum einen, weil es gut fürs Klima ist, zum anderen aber auch für unsere Gesundheit - und zwar auch die seelische. Natur tut uns gut, Grün hilft bei Stress und hat erwiesenermaßen eine positive Wirkung auf unsere Seele.
Darauf zahlt auch die sogenannte 3-30-300-Regel ein, die vor einigen Jahren vom niederländischen Forstwissenschaftler Cecil Konijnendijk für die Städteplanung formuliert wurde:
Jeder sollte...
? von seinem Zuhause aus mindestens 3 Bäume sehen können,
? in seiner Nachbarschaft eine Baumkronenbedeckung von 30 Prozent haben,
? in einem Umkreis von 300 Metern eine hochwertige Grünfläche erreichen können.
In einer Studie des Barcelona Institute for Global Health stellten Wissenschaftler fest, dass die vollständige Einhaltung der 3-30-300-Regel eindeutig mit einer besseren psychischen Gesundheit, einem geringeren Medikamentenkonsum und weniger Besuchen beim Psychologen verbunden war. Und wer Grünflächen in der Nähe hatte, fühlte sich tatsächlich auch gesünder.
Mehr Grün geht immer
Ihr Wohnumfeld erfüllt die 3-30-300-Regel nicht? Die EU-Kommission hat kürzlich angekündigt, bis 2030 mindestens drei Milliarden Bäume zusätzlich zu pflanzen (noch mehr Dreien!), aber auch so und schon jetzt kann man mehr Grün ins Leben bringen und so etwas für seine psychische Gesundheit tun:
- mehr Zeit in und mit der Natur verbringen. Ob auf dem Weg zur Arbeit, bei einem Spaziergang oder einer Wanderung – wenn wir bewusst in die Natur blicken, kann das unsere Stimmung signifikant verbessern, so Forschende der walisischen Bangor University. Sie hatten untersucht, ob es einen Einfluss auf die psychische Verfassung hat, ob man beim Spazierengehen vor allem graue Elemente, mehr grüne oder beides betrachtet:
Diejenigen, die sich mehr auf Grünes konzentrierten, berichteten von signifikanten Verbesserungen der Stimmung und zeigten nach dem Spaziergang ein höheres Maß an positiven Emotionen. Sie fühlten sich auch erholter. Dabei hatten Bäume übrigens offenbar den größten Wohlfühlfaktor.
- Auch zu Hause können wir es uns grüner machen. Mit Zimmer- und Balkonpflanzen, die gleichzeitig was fürs Wohnklima tun sowieso, aber auch mit Bildern: Ein Wald-Bild an der Wand könne ähnlich wirken wie ein tatsächlicher Waldbesuch, so die Berliner Psychologin und Coachin Suse Schumacher. Vor allem, wenn das Bild mit eigenen «echten» Naturerlebnissen verbunden wird.

