
"Schlechter Scherz" hätte erhebliche Nachteil für den Kreis Borken
Der Kreis Borken wird Küstenregion. Was sich wie ein schlechter Scherz anhört, könnte tatsächlich Realität werden. Denn so steht es im aktuellen Entwurf für das neue EEG des Bundeswirtschaftsministeriums. Sollte das so bleiben, wäre der Ausbau der Windenergie aufgrund schlechterer Förderung gefährdet.
Widerstand aus der Politik
Unsere Bundestagsabgeordneten Anne König (CDU) aus Borken und Nadine Heselhaus (SPD) aus Raesfeld haben angekündigt, das Gesetz in dieser Form nicht zu akzeptieren. Sogar rechtliche Schritte seien nicht ausgeschlossen, wenn das Ministerium von seinen Plänen nicht abrückt. Vergangene Woche hatte Landrat Kai Zwicker in einem Brief an Wirtschaftsministerin Reiche deutlich Kritik geübt. Auch für ihn seien die Pläne nicht nachzuvollziehen und auch nicht plausibel begründet. Der Regionalrat hat in einer Resolution gefordert, die Zuordnung im EEG zu korrigieren und für das Münsterland einheitliche Rahmenbedingungen zu schaffen.
Geplante Projekte verlieren erhebliche Fördermittel
Durch die aktuelle Einordnung seitens des Ministeriums würde der Ausbau der Windenergie hier bei uns komplett ausgebremst oder sogar verhindert. Ein Beispiel ist ein Windpark in Heek. Die Planungen laufen seit Jahren und stehen fast vor dem Abschluss. Die aktuelle Form des Gesetzes würde das Aus für den Windpark bedeuten, weil wesentliche Teile der Förderung wegfallen. Insgesamt verliert eine Investorengruppe rund 300.000 Euro. Und der Windpark wird nicht gebaut! Das wäre ein harter Schlag auf dem Weg, sich von fossilen Energieträgern unabhängig zu machen. Und was Gas und Öl derzeit kosten und in welche Richtung sich die Preise entwickeln, weiß ja inzwischen wohl (fast) jeder.