
Urteil im Geldtaschen-Prozess erwartet
Heute (24.09.2025) wird im Berufungsprozess um den Diebstahl einer Sporttasche mit 660.000 Euro das Urteil erwartet. Der Fall, der vor fünf Jahren in Bocholt für großes Aufsehen sorgte, steht kurz vor dem Abschluss. Vor Prozessbeginn um 9 Uhr ist eine Demonstration auf dem Benölkenplatz vor dem Amtsgericht Bocholt angekündigt.
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Ein ungewöhnlicher Diebstahl
Im Jahr 2020 wurde eine Sporttasche mit 660.000 Euro und einer Schreckschusspistole vom Dachboden einer Garage in Bocholt gestohlen. Die Täter: Ein 59-jähriger Bocholter und seine damals 19-jährige Nichte, die Ex-Freundin des Geschädigten. Beide wurden 2022 verurteilt – die Nichte zu einer Jugendstrafe auf Bewährung, der Onkel zu drei Jahren Haft. Letzterer legte Berufung ein und behauptet, die Nichte sei die Haupttäterin gewesen. Ein Teil der Beute wurde bei Durchsuchungen sichergestellt, doch rund 440.000 Euro bleiben verschwunden. Der Geschädigte, ein Bocholter Unternehmer, wartet seit Jahren auf die Rückgabe seines Geldes.
Prozess und Demo: Was wird erwartet?
Am letzten Verhandlungstag sollen zunächst die Plädoyers von Verteidigung und Staatsanwaltschaft gehalten werden, bevor das Urteil fällt. Der Fall bleibt umstritten, da beide Angeklagten sich gegenseitig beschuldigen. Für zusätzliche Spannung sorgt eine Zeugin, die ein Gespräch zwischen Onkel und Nichte belauscht haben will, in dem es um den Verbleib des fehlenden Geldes ging.
Unter dem Motto „Für mehr Opfer- statt Täterschutz“ wird eine Demonstration gegen langwierige Straf- und Berufungsverfahren angekündigt. Die Versammlung wurde von einer Privatperson angemeldet, der Veranstalter bleibt jedoch anonym. Die Demonstration vor dem Amtsgericht soll ein Zeichen für schnellere Verfahren und besseren Opferschutz setzen. Ob sie viele Teilnehmer anzieht, bleibt abzuwarten. Laut Polizei werden 30 bis 50 Teilnehmer erwartet.