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True Crime bei Radio WMW
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True Crime bei Radio WMW

Heute morgen dreht sich bei uns alles um True Crime. Es geht um die Faszination dafür, eure Reaktionen und Kritik daran.

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Faszination True Crime

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Laut einer Umfrage hören 35 Prozent der Deutschen zumindest hin und wieder gerne True-Crime-Podcasts. Frauen sind dabei deutlich stärker vertreten als Männer. Eine mögliche Erklärung aus der Psychologie: Manche beschäftigen sich mit solchen Fällen auch, um Gefahren besser einschätzen zu können und zu verstehen, wie sie sich schützen können. Wir wollen vor allem wissen, wer der Täter ist, ob die Polizei den Richtigen erwischt hat und was wirklich passiert ist. Viele rätseln mit und versuchen, selbst Hinweise zu kombinieren. Andere wollen verstehen, was in einem Menschen vorgeht, der so eine schreckliche Tat begeht. Und weil die Fälle wirklich passiert sind, fühlt sich das Ganze näher an als ein erfundener Krimi.

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Kritik

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Oft stehen die Täter im Mittelpunkt: ihre Persönlichkeit, ihre Kindheit und ihre Motive. Die Opfer und ihre Angehörigen geraten dabei schnell in den Hintergrund. Manchmal wirken die Täter dadurch sogar wie Stars. Ein bekanntes Beispiel dafür ist Jeffrey Dahmer. Der US-Serienmörder ermordete 17 Jungen und Männer. 2022 machte Netflix mit einer erfolgreichen Serie seinen Fall erneut zum Thema. Angehörige kritisierten, dass sie nicht ausreichend einbezogen wurden und das Leid ihrer Familien erneut zur Unterhaltung wurde.True-Crime-Macher könnten Opfer und Angehörige besser schützen, indem sie die Opfer als Menschen mit eigener Geschichte zeigen, ihre Privatsphäre respektieren und Angehörige sensibel einbeziehen. Eine Studie von 2025 zeigt: Betroffene erleben unter anderem falsche Darstellungen und den Verlust ihrer Privatsphäre als belastend. True Crime kann Verbrechen aufarbeiten – aber die Macher tragen Verantwortung dafür, wie sie diese Geschichten erzählen.

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Die Münsterlandmorde

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In der Zeit zwischen 1971 und 1975 wurden hier in der RADIO RST-Region vier junge Frauen von einem Mann getötet. Bis heute – 45 Jahre später – gibt es keine konkreten Hinweise. Der Mörder wurde bis heute nicht gefunden. Wir haben mit ehemaligen Ermittlern und der Staatsanwaltschaft über die Münsterlandmorde gesprochen. Ihr hört die Interviews im Podcast.

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Das erste Opfer: Edeltraud van Boxel

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Edeltraud van Boxel ist am 21. November abends auf dem Weg zur Arbeit. Sie arbeitet als Prostituierte in einem bekannten Rotlichtviertel in Münster. Die 23-jährige wird gegen 20.30 Uhr von einem Mann angesprochen, der in einem VW-Käfer fährt. Der Mann ist Anfang 20, hat ein schmales Gesicht, dunkelblondes Haar und fährt mit hoher Geschwindigkeit davon. Das berichten Zeugen und ehemalige Arbeitskolleginnen von van Boxel. Gegen 23.40 Uhr wird Edeltraud van Boxel an einer Bundesstraße zwischen Steinfurt und Wettringen tot aufgefunden. Ihr Mörder hat sie erwürgt.

Klickt hier, um den ersten Teil zu hören.

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Das zweite Opfer: Barbara Storm

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Etwa ein halbes Jahr später wird Barbara Storm getötet. Sie besucht am 15. März 1972 die Discothek „Tenne“ in Rheine. Gegen 22.30 Uhr verlässt sie in Begleitung eines jungen Mannes den Laden. Der Mann wird so beschrieben: Anfang 20 mit einem schmalen Gesicht und dunkelblondem Haar. Zwei Tage später wird die Leiche der 20-jährigen Frau in der Bauerschaft Stroemfeld bei Schöppingen entdeckt.

Klickt hier, um den zweiten Teil zu hören.

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Das dritte Opfer: Marlies Hemmers

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Ein Jahr nach dem Mord an Barbara Storm tötet der Unbekannte wieder eine Frau. Am 6. August 1971 ist das Opfer mit ihrem Freund unterwegs, sie unternehmen einen Trip von Nordhorn nach Wien. Das Paar trampt zunächst bis nach Bad Bentheim, danach gehen sie getrennte Wege. Marlies Freund findet eine Mitfahrgelegenheit und trampt bis nach Ochtrup. Dort wartet er auf seine Freundin. Er sieht sie auf dem Beifahrersitz eines Mannes vorbeifahren. Ermittler gehen davon aus, dass Marlies zu diesem Zeitpunkt möglicherweise schon tot oder bewusstlos war, denn sie reagiert nicht auf sein Winken. Fünf Monate später wird die Leiche der 18-jährigen bei Dülmen gefunden. Etwa 25 Kilometer von Barbara Storms Fundort entfernt.

Klickt hier, um den dritten Teil zu hören.

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Das vierte Opfer: Erika Kunze

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Die Frau aus Nordhorn hat in der Uni eine Zwischenprüfung bestanden. Die Studentin telefoniert mit ihrer Mutter uns erzählt ihr, dass sie noch kurz in die Uni geht und danach – per Anhalter – nach Hause kommt. Es ist der 22. Oktober 1974. Gegen 15 Uhr wird die Frau an der Steinfurter Straße in Münster gesehen. Einige Stunden später beobachtet ein Autofahrer, dass ein dunkler Wagen sehr langsam auf einer Straße zwischen Schüttorf und Salzbergen unterwegs ist. Auf dem Beifahrersitz sieht er eine Frau, die vermutlich bewusstlos ist. Der Zeuge nennt später einen Teil des Kennzeichens: „BF“. Eine Woche später wird die Leiche von Erika Kunze gefunden.

Klickt hier, um den vierten Teil zu hören.

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Der Münsterland-Mörder

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Über den Unbekannten ist nicht viel bekannt. Er soll Anfang 20 gewesen sein, ein schmales Gesicht und blonde Haare getragen haben. Zu den Tatzeitpunkten ist er in einem VW-Käfer gefahren. Vermutlich waren alle vier Frauen schon tot, bevor sie an ihre Fundstellen abgelegt wurden. Bis heute wurde der Mann nicht gefunden.

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