
Tipps gegen Wohnungkoller in Corona-Zeit
Willkommen in Woche 2 mit dem Kontaktverbot. Wir müssen unsere sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren, das kann langweilig werden, bei einigen aber auch zu Angst und Einsamkeit führen. Wie uns die Decke in dieser Zeit NICHT auf den Kopf fällt, erfahrt Ihr im Folgenden.
Veröffentlicht: Montag, 30.03.2020 07:30
So fällt uns die Decke zu Haus nicht auf den Kopf
Der Malteser Seelsorger gibt folgende Tipps, damit uns die Decke zu Hause nicht auf den Kopf fällt.
- Bleiben Sie gut informiert!
Wer sich regelmäßig aus verlässlichen und unterschiedlichen Quellen informiert, beugt vor, dass sich belastende Gedanken verselbstständigen können. Wer gut Bescheid weiß, stellt Sicherheit in einer Situation her, wo Ängste und Sorgen nachvollziehbar und normal sind.
- Nehmen Sie ihre Gefühle an!
Schnelle Gefühlswechsel sind in Krisen ganz normal: Man fühlt sich ausgeliefert, bekommt Angst, verfällt in Panik, Zorn, Wut oder neigt auch zu aggressivem Verhalten. Dann überwiegen aber wieder Leere, man fühlt sich niedergeschlagen, ausgelaugt, erschöpft und mutlos. In diesem Wechselbad der Gefühle soll man nichts Wichtiges entscheiden, lieber eine Nacht darüber schlafen.
- Sprechen Sie darüber!
Teilen Sie ihre Sorgen und Befürchtungen mit Angehörigen, im Freundeskreis, mit Kolleginnen und Kollegen – am Telefon oder mit einer E-Mail und über die sozialen Medien. Wer redet oder schreibt, muss auch seine Gefühle in Worte fassen. Damit können unsere Gefühle auch besser verarbeitet werden. Das hilft in Krisensituationen.
- Nehmen Sie aktiv Kontakt auf!
Es ist unbedingt notwendig, die sozialen Kontakte im Rahmen der derzeitigen Möglichkeiten aufrecht zu erhalten und zu pflegen.
Telefonieren Sie, chatten Sie, skypen Sie oder stellen Sie sich auf den Balkon, ans geöffnete Fenster oder an den Gartenzaun und reden Sie mit der Nachbarin. Aber reden Sie nicht nur über Corona. Wechseln Sie das Thema, wenn es Sie oder Ihren Gesprächspartner zu belasten scheint.
- Setzen Sie sich Ziele!
Das vermittelt Ihnen das Gefühl, dass Sie in Krisenzeiten nicht einfach passiv und tatenlos bleiben müssen. Die Ziele müssen aber unter den derzeitigen Verhältnissen tatsächlich erreichbar sein. Machen Sie dazu eine Liste, was Sie erledigen wollen. Nehmen Sie sich vor allem die Sachen vor, die Sie schon lange vor sich hergeschoben haben.
- Lenken Sie sich ab!
Beschäftigen Sie sich ganz bewusst nicht mit dem Coronavirus. Wechseln Sie absichtlich das Gesprächsthema. Reden Sie über Ihre Hobbies, eine tolle App, ein gutes Buch, ein Konzert oder einen interessanten Film. Hören Sie so oft als möglich auch Ihre Lieblingsmusik.
- Bleiben Sie mit Kopf und Körper aktiv!
Sich treiben lassen schlägt aufs Gemüt. Engagieren Sie sich ehrenamtlich z.B. mit Einkaufsdiensten für ältere Menschen, die gerade besser zuhause bleiben sollen. Achten Sie auf Ihre Nachbarschaft und informieren Sie sich über mögliche Hilfs-Initiativen in Ihrer nächsten Umgebung. Gehen Sie spazieren oder treiben Sie Sport - daheim und im Freien.
- Halten Sie einen geregelten Tagesablauf ein!
Auch und gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, einen gleichförmigen Tagesablauf einzuhalten. Stehen Sie immer zur gleichen Zeit auf, erledigen Sie ihre Aufgaben, damit Sie danach die Freizeit genießen können. Auch die Mahlzeiten sollten Sie zu den gewohnten Zeiten einnehmen. Gehen Sie auch zur üblichen Zeit Schlafen. Das ist besonders für Kinder wichtig.
- Schöpfen Sie zusätzliche Kraft!
Benutzen Sie Worte, die Ihnen und anderen Mut machen und beruhigen. Machen Sie sich Ihre eigenen Stärken bewusst: In Krisen dominieren vornehmlich die Ängste und man konzentriert sich auf das, was nicht funktioniert. Um den seelischen Ausgleich wiederherzustellen, kann man sich ganz bewusst machen, was gut funktioniert oder was gelingt, wo die eigenen Stärken liegen.
- Behalten Sie Humor!
„Humor ist, wenn man trotzdem lacht!" sagte der Volksmund. Recht hat er! Lachen gibt neue Hoffnung, ein Schmunzeln macht Vieles erträglicher. Wer auch in schwierigen und angespannten Situationen zu einem Späßchen aufgelegt bleibt, kann leichter akzeptieren, was sowieso gerade nicht zu ändern ist.
- Beten Sie mal wieder!
Entdecken Sie das Gebet neu. Beten ist gar nicht schwierig: Sprechen Sie einfach mit Gott, wie wenn er neben Ihnen stünde. Das ist überall möglich. Ohne Telefon, ohne Internet, in jeder Situation. Das Jahresmotto der Malteser für 2020 lautet: “Fürchtet euch nicht“ (Mt 14,27). Diese drei Worte Jesu haben auch in diesen Tagen ihre Kraft. Das heißt nicht, dass es für Betende keine Furcht gibt. Durch das Beten haben wir aber die Möglichkeit, unsere Furcht, Ängste und Sorgen vor Gott zu bringen. Das Gebet kann dann zur Kraftquelle werden, auch schwierigen Zeiten aus dem christlichen Glauben heraus zu begegnen und sie mutig zu gestalten.