
Stadt Rhede lässt Idee wieder fallen
Eigentlich wollte die Stadt Rhede auch in Privaträumen Kontakte deutlich einschränken. Ab Montag hätten sich dann noch maximal 5 Personen oder zwei Haushalte in privaten Räumen treffen dürfen. Rhede wäre die einzige Stadt im Kreis Borken gewesen, die solch scharfe Regeln gehabt hätte. Landrat Kai Zwicker hatte den Alleingang kritisiert. Er sagte
Kai Zwicker, Landrat
"Wichtig für die Menschen ist, dass die Regeln klar und verständlich sind und das sind sie nicht, wenn in jeder Stadt oder Gemeinde andere Regeln gelten."
Genau dieses Argument hat Rhedes Bürgermeister Jürgen Bernsmann überzeugt und zum Umdenken bewegt.
"Wir haben heute Morgen intensive Gespräche geführt und sind letztendlich der Bitte des Landrates, als Stadt Rhede nicht aus der Gemeinschaft auszuscheren, nachgekommen und haben gesagt, wir stellen die Allgemeinverfügung jetzt erstmal zurück."
Bernsmann appelliert weiter an alle Menschen in Rhede:
"Ich kann nur alle Rhedenser auffordern, auf Feierlichkeiten zu verzichten. Wir kriegen sonst den Ausbruch der Infektion hier in Rhede nicht in den Griff. Es ist wirklich fünf vor 12 und ich hoffe, dass die Menschen jetzt auch natürlich durch das mediale Interesse, was alleine durch die Ankündigung eine Allgemeinverfügung zu erlassen, das nach sich gezogen hat, dass die Menschen darauf aufmerksam werden, dass es wirklich eine ernste Situation ist, in der wir uns befinden."
Ganz vom Tisch die die strengere Allgemeinverfügung aber noch nicht, sagt Bernsmann im RADIO WMW-Interview:
"Auch nur als letzte Instanz. Ich sehe hier Bund und Land in der Verpflichtung, hier für klare Regelungen zu sorgen. Wir haben ganz klare Vorgaben gehabt, was zu tun ist ab einem Inzidenzwert ab 50 und ab 100, aber darüber ist blauer Himmel, da gibt es keine Regelung mehr. Wir waren in Rhede bei über 350 und da brauchen wir klare Regelungen. Und ich finde es nicht in Ordnung, wenn wir Kommunen dann alleine gelassen werden. Die Privatfeiern, das muss an anderer Stelle geregelt werden, da darf man die Kommunen nicht mit belasten."
Lob vom Landrat für Umdenken
Landrat Kai Zwicker lobt Jürgen Bernsmann ausdrücklich. Die Entscheidung, keine verschärfte Allgemeinverfügung zu erlassen und gemeinsam mit den Städten und Gemeinden im Westmünsterland gegen Corona vorzugehen, ist laut Zwicker genau der richtige Weg:
"Natürlich kann ich das Anliegen der Stadt Rhede die Kontakte zu reduzieren indem mn auf Feiern und ähnliches verzichtet völlig richtig. Und hier setzen wir alle verstärkt auf die Eigenverantwortung der Menschen hier bei uns im Westmünsterland."