
Proteste gegen Castor-Transporte
Am Montagabend findet in Ahaus-Ottenstein eine Mahnwache von Atomgegnern statt. Diese protestieren gegen den Castor-Transport vom Forschungsreaktor Jülich in das Ahauser Zwischenlager. Am selben Abend wird NRW-Innenminister Herbert Reul aus seinem Buch: "Sicherheit - was sich ändern muss" vorlesen.
Veröffentlicht: Montag, 09.03.2026 06:36
"Kein Atommüll in Ahaus"
Am Montagabend, dem 9. März 2026, protestieren Atomgegner in Ahaus-Ottenstein gegen den Castor-Transport vom Forschungsreaktor Jülich zum Zwischenlager Ahaus. Die Mahnwache beginnt um 19:15 Uhr an der Kreuzung Im Garbrock / Solmsstraße. Zeitgleich liest NRW-Innenminister Herbert Reul auf Einladung der CDU aus seinem Buch "Sicherheit - was sich ändern muss" und spricht über Clan- und Cyberkriminalität. Die Mahnwache richtet sich gegen die geplanten Transporte von hochradioaktivem Atommüll quer durch Nordrhein-Westfalen. Laut Kreispolizei sind bis zu 20 Teilnehmende angemeldet. Bereits am Samstagmorgen, dem 7. März, demonstrierten rund 450 Menschen in Ahaus gegen die Transporte.
Starke Kritik
Atomkraftgegner kritisieren das Vorhaben als unnötig und riskant. Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ fordern eine politische Lösung zwischen Bundes- und NRW-Landesregierung, die eine sichere Weiterlagerung des Atommülls in Jülich ermöglicht. Sie erläutern, dass hoch radioaktiver Atommüll nicht auf die Autobahn gehört und das Zwischenlager in Ahaus keinen Sicherheitsgewinn bringt.
Kerstin Ciesla, stellvertretende Landesvorsitzende des BUND NRW, sagt, dass sie enttäuscht ist, dass "auf der politischen Ebene zwischen Bundesregierung und NRW-Landesregierung kein Versuch unternommen wird, die 152 Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus noch abzuwenden." Sie verweist auf zunehmende Sicherheitsgefahren wie hybride Kriegsführung, Kampfdrohnen und Terrorgefahren. Ciesla fordert die NRW-Landesregierung und die Bundesregierung auf, erst eine Entscheidung im Hauptverfahren abzuwarten, bevor die Transporte beginnen. Ihrer Meinung nach gibt es ohne gesicherte Endlagerung keine Eile für den Transport von einem Zwischenlager in ein anderes.
Transporte könnten bald stattfinden
Die Atomgegner hatten versucht die geplanten LKW-Transporte, die quer durch Nordrhein-Westfalen verlaufen, juristisch aufzuhalten. Dies ohne Erfolg. Daher rechnen sie bald mit den ersten von insgesamt über 50 Transporten mit dem radioaktiven Atommüll aus dem Forschungsreaktor in Jülich ins Zwischenlager nach Ahaus. Die LKWs werden wegen des Sicherheitsrisikos sehr langsam über Autobahnen und Bundesstraßen fahren. Des Weiteren wird mit einem großen Polizeieinsatz gerechnet, sollte es zum Transport kommen. Der Transport wird durch das Ruhrgebiet und das Münsterland gehen und höchstwahrscheinlich nachts ablaufen.