
Polizei warnt vor synthetischen Drogen
Sie scheinen harmlos und können in Badesalzen, bunten Pillen, Vapes, Kräutermischungen und Süßigkeiten enthalten sein - synthetische Drogen. Die Nebenwirkungen der ungefährlich aussehenden Drogen sind nicht kalkulierbar und können bis zum Tode führen. Deshalb geht die Kreispolizei Borken jetzt den Weg der vorbeugenden Aufklärung. Hilfreich dabei die Informationen des BKA, die wir untenstehend zusammengefasst haben.
Veröffentlicht: Freitag, 14.02.2025 05:21
#gefährlichbunt
Ob in Kräutermischungen, als bunte Tabletten, Pulver, Liquids oder Vapes – Synthetische Drogen sehen oft harmlos aus. Doch der Schein trügt. Es handelt sich häufig um hochdosierte Rauschmittel, die in der Regel künstlich in illegalen Laboren hergestellt werden und meistens zusätzlich verunreinigt sind. Die Konsumierenden werden von diesen Stoffen schnell abhängig und setzen sich hohen gesundheitlichen Risiken aus. Angeboten werden die gefährlichen Drogen in unterschiedlichsten Erscheinungsformen.
Bunte Tabletten
Comicfiguren, Smileys oder Luxuslogos – diese Motivprägungen sind häufig auf bunten Ecstasy-Tabletten zu sehen. Nach Amphetamin ist Ecstasy (MDMA) das am weitesten verbreitete synthetische Betäubungsmittel. Die bunten Tabletten können aber auch andere Amphetamine, Neue psychoaktive Stoffe (NPS) oder völlig andere Rauschmittel beinhalten. Deswegen ist der Konsum so gefährlich und kann bis zum Tod führen.
"Badesalze"
Es ist kein echtes Badesalz, das hier als Rauschmittel verkauft wird. Vielmehr handelt es sich um einen Begriff aus der Drogenszene. Enthalten sind synthetische Cathinone und damit Betäubungsmittel bzw. Neue psychoaktive Stoffe (NPS). Das sind chemisch hergestellte Drogen, die ähnlich wie Amphetamin und Kokain stimulierend und euphorisierend wirken. Sie basieren strukturell auf dem natürlich vorkommenden illegalen Wirkstoff Cathinon. Dieser ist in der pflanzlichen Droge „Kath“ enthalten, die ursprünglich aus Ostafrika stammt. Die Einnahme kann unberechenbare Folgen haben. So kann es zu lebensgefährlichen Überdosierungen und Vergiftungen kommen, die bis zum Tod führen können. Schon nach kurzer Zeit können körperliche und psychische Abhängigkeiten auftreten. Bei einem Langzeitkonsum drohen schwerwiegende Organschäden.
Flüssigkeiten für E-Zigaretten
„Liquids“ werden die Flüssigkeiten für E-Zigaretten/Vapes genannt, in denen ebenfalls Neue Psychoaktive Stoffe (NPS) enthalten sein können. Durch die verschiedenen Aufmachungen und Geschmacksrichtungen besteht große Verwechselungsgefahr mit herkömmlichen „Liquids“ und Vapes. Die Gefahr, von den NPS-Liquids abhängig zu werden, ist sehr hoch. Auch ist die Wirkung unberechenbar, weil die Substanzen illegal sind, unter unhygienischen Bedingungen hergestellt werden und die Dosierung oft unklar ist. Beim Konsum besteht die Gefahr von Psychosen oder tödlichen Überdosierungen.
Kräutermischungen
Es klingt harmlos, doch was in bunten Verpackungen u. a. als „Kräutermischung“ beworben wird, enthält nicht nur Kräuter. Vielmehr dienen die Kräuter als Trägerstoffe für berauschende Stoffe, wie beispielsweise synthetische Cannabinoide. Sie können eine cannabisartige Wirkung entfalten. Im Vergleich zu natürlichem THC (Tetrahydrocannabinol), dem Hauptwirkstoff von Cannabis, kann die Wirkung und Wirkstärke der synthetischen Cannabinoide jedoch um ein Vielfaches höher sein. Und das bedeutet: Der Konsum ist ungleich gefährlicher und kann bis zum Tod führen!
Süßigkeiten
Mit Drogen versetzte Lebensmittel werden „Edibles“ genannt. Häufig werden u. a. Kekse, Fruchtgummis oder Schokolade genutzt, um sie mit THC, dem verwandten HHC oder mit synthetischen Cannabinoiden anzureichern. Besonders gefährlich ist, dass hierbei oft nicht mehr erkennbar ist, dass die Süßigkeiten mit Drogen versetzt sind. Was so harmlos aussieht, kann eine unberechenbare Wirkung entfalten. Vor der Verwechslungsgefahr warnt das BKA hier!
Gefährliche Nebenwirkungen
Der Konsum von Synthetischen Drogen und Neuen psychoaktiven Stoffen (NPS) ist hochriskant. Von den Wirkstoffen selbst bzw. den Wirkstoffkonzentrationen gehen besondere Gefahren aus, da diese häufig unbekannt sind. Darüber hinaus werden die Substanzen illegal, oft unter unhygienischen Bedingungen, hergestellt und enthalten herstellungsbedingt zum Teil zahlreiche Verunreinigungen. Zudem sind die Angaben auf Verpackungen häufig falsch, sodass Konsumierende weder den enthaltenen Wirkstoff noch dessen Konzentration erkennen können. Hinzu kommt, dass Synthetische Drogen und NPS mit anderen Stoffen vermischt („gestreckt“) sein können. Generell kann die Einnahme dieser Stoffe oder Stoffgemische unberechenbare Folgen haben. So kann es zu lebensgefährlichen Überdosierungen und Vergiftungen kommen, die bis zum Tod führen können. Schon nach kurzer Zeit können körperliche und psychische Abhängigkeiten auftreten. Bei einem Langzeitkonsum drohen schwerwiegende und gegebenenfalls irreversible Organschäden. Weitere Infos vom BKA findet Ihr hier!
Polizei warnt vor "Baller-Liquid"-Droge
Immer mehr Jugendliche konsumieren "Baller-Liquid". Die zunächst harmlos wirkende Vape-Droge ist extrem gefährlich und kann lebensbedrohliche Folgen haben, warnt Peter Lefering von der Pressestelle der Kreispolizei Borken. 'Görke', auch bekannt als 'Baller-Liquid', ist eine gefährliche Substanz, die in flüssiger Form vorliegt und primär über E-Zigaretten oder Vapes konsumiert wird", erklärt Lefering. Die Droge habe unvorhersehbare und oft drastische Auswirkungen auf den Körper und den Geist. Es handele sich um eine Mischung aus stimulierenden und halluzinogenen Stoffen, die erhebliche körperliche und psychische Schäden verursachen können. Bei uns ist die Szenedroge unter Jugendlichen als "Görke" bekannt. In anderen Regionen wird unter anderem der Begriff "Baller-Liquid" verwendet. Deshalb: Finger weg von fremden E-Zigaretten und illegalen Liquids, warnt Lefering.