
Nach dem Castor-Transport ist vor dem Castor-Transport
Kaum ist der fünfte Castor-Transport aus dem Forschungsreaktor Jülich in der Nacht im Ahauser Zwischenlager angekommen, steht offenbar schon der nächste bevor. Atomkraftgegner kritisieren vor allem, dass weiter nur einzelne Behälter transportiert werden - und warnen vor steigenden Polizeikosten und anhaltenden Risiken für die Bevölkerung.
Veröffentlicht: Mittwoch, 08.07.2026 10:32
Fünfter Transport erreicht Ahaus in der Nacht
Gegen kurz nach 1 Uhr in der Nacht zum Mittwoch ist der fünfte Castor-Transport aus Jülich in Ahaus angekommen. Nach Angaben von Anti-Atomkraft-Initiativen wurde der Transport von Protesten in Jülich und Ahaus begleitet. Kritisiert werden die Transporte vor allem deshalb, weil sie nach Ansicht der Gegner gefährlich und überflüssig seien und quer durch Nordrhein-Westfalen sowie das Ruhrgebiet führten.
Schon am Abend könnte der nächste Castor rollen
Eine lange Pause gibt es offenbar nicht: Nach Angaben aus dem Umfeld der Protestinitiativen soll bereits am heutigen Mittwochabend (08.07.2026) der nächste Transport starten. Wie schon zuvor soll demnach erneut nur ein einzelner Castor-Behälter nach Ahaus gebracht werden. Genau diese Vorgehensweise sorgt bei den Atomkraftgegnern für scharfe Kritik.
Kritik an gescheiterter Bündelung der Transporte
Aus Sicht der Initiativen hätte eine Bündelung der Transporte helfen können, Aufwand und Risiken zu reduzieren. Stattdessen werde nun offenbar weiter mit Einzeltransporten gearbeitet. Die Gegner, wie Heiner Möllers von der BI "Kein Atommüll in Ahaus", befürchten deshalb deutlich höhere Polizeikosten, weil für jeden einzelnen Transport erneut umfangreiche Einsätze nötig werden könnten.
Landesregierung gibt Polizeikosten nicht preis
Zusätzlichen Ärger gibt es über den Umgang der Landesregierung mit den Kosten. In einem Schreiben vom 16. Juni an die Initiativen habe sich das Land geweigert, die bisherigen Polizeikosten offenzulegen, heißt es. Besonders brisant sei dabei, dass Nordrhein-Westfalen die polizeilichen Kosten nach Angaben der Initiativen alleine tragen müsse - ohne Beteiligung des Bundes.
Umweltverbände fordern Ende der Transporte
Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, mehrere Anti-Atomkraft-Initiativen und die Grün Alternative Liste Gronau fordern deshalb, dass sich die NRW-Landesregierung für ein Ende der Atommüll- und Urantransporte einsetzt. Der Schutz der Bevölkerung müsse oberste Priorität haben, heißt es vom BBU. Weitere Proteste gegen Castor-Transporte nach Ahaus sowie gegen Urantransporte rund um die Urananreicherungsanlage in Gronau sind bereits in Vorbereitung.
Wieder Mahnwachen in Jülich und Ahaus angekündigt
Für den heutigen Mittwoch sind erneut Protestaktionen angekündigt. In Ahaus soll ab etwa 20 Uhr eine Mahnwache am Kreisel Schumacherring / Schöppinger Straße stattfinden, in Jülich sind bereits ab 18 Uhr und 19 Uhr weitere Mahnwachen geplant. Die Initiativen wollen damit weiter Druck machen und auf die ihrer Ansicht nach bestehenden Gefahren der Transporte aufmerksam machen.
Auch Urantransporte geraten in den Fokus
Neben den Castor-Transporten richten die Initiativen ihren Blick auch auf die regelmäßigen Urantransporte von und nach Gronau. Diese fänden in der Regel ohne Polizeischutz statt, außerdem würden Hilfskräfte wie Feuerwehren oder das THW im Vorfeld nicht über Transporttermine informiert, kritisieren die Atomkraft-Gegner. Im Ernstfall könne das die Reaktion auf einen Zwischenfall erheblich erschweren.