
Missbrauchsopfer in Rhede und Münster enttäuscht
Das Bistum Münster hält sich nicht an Absprachen. Das sagt Martin Schmitz aus Rhede. Er betreut eine Selbsthilfegruppe für Missbrauchsopfer in der katholischen Kirche und ist auch selbst ein Missbrauchsopfer.
Veröffentlicht: Donnerstag, 07.01.2021 06:54
Bistum Münster halte sich nicht an Abmachungen
Zwei Selbsthilfegruppen für Opfer von sexuellem Missbrauch durch Priester sind offenbar so enttäuscht, dass sie die Zusammenarbeit mit dem Bistum Münster aufgekündigt haben. Die beiden Gruppen aus Rhede und Münster werfen dem Bistum vor, dass es sich nicht an Vereinbarungen halten würde. So sei im Herbst besprochen worden, dass alle dem Bistum bekannten Missbrauchsopfer zu einem Treffen eingeladen würden. Jetzt wolle das Bistum nur noch diejenigen Opfer einladen, die auch in Bistumsgremien mitarbeiten wollen würden. Damit sei ein Teil der Betroffenen ausgeladen, viele seien so verletzt worden, dass sie den Kontakt zur Kirche meiden würden. So werde eine unabhängige Betroffenenvertretung unmöglich gemacht. Das Bistum bedauert die Entscheidung, äußert sich aber dankbar für das Engagement der Gruppen.