
Lockdown und Entschädigung
Ab heute müssen auch bei uns im Westmünsterland sämtliche Restaurants, Kneipen, Cafés, Kinos, Fitnessstudios und viele mehr für einen Monat schließen. Das alles in der Hoffnung, dass die Coronazahlen runter gehen. Damit die betroffenen Unternehmen in dem Monat nicht pleitegehen, verspricht die Regierung eine Entschädigung von bis zu 75 Prozent des Umsatzes des letzten Novembers.
Veröffentlicht: Montag, 02.11.2020 05:27
Bis zu 75% Entschädigung
Diese Maßnahme findet unter anderem die IHK Nord Westfalen sehr positiv, sagt Hauptgeschäftsführer Fritz Jaeckel:
"Sie wird vielen Betrieben über die vierwöchige Schließung hinweghelfen können. Voraussetzung dafür ist, dass diese Maßnahme jetzt schnell und unbürokratisch umgesetzt wird."
Dazu laufen gerade auch beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA viele Fragen auf. Unklar ist zum Beispiel, ob andere Zuschüsse oder Kurzarbeitergeld auf die Entschädigung angerechnet werden. Aber nicht nur deshalb wollen viele Gastronomen im Westmünsterland im Lockdown-Light wenigstens Außer-Haus-Essen anbieten, sagt Renate Dölling, Geschäftsführerin der DEHOGA Westfalen:
"Das Gastgewerbe ist also durchaus bereit, hier Verantwortung zu übernehmen, die Mitarbeiter nicht in die Kurzarbeit zu schicken, sondern die Mitarbeiter möglichst zu beschäftigen. Ob das letztendlich sich positiv oder negativ auswirkt, auf die jetzt in Aussicht gestellte Hilfe, das kann im Augenblick überhaupt nicht beurteilt werden."
Trotzdem findet auch Christel Ammertmann vom Hotel Restaurant Ammertmann in Epe die Entschädigung gut. Für die Gastronomie scheint das also eine gute Lösung. Anders sieht das bei Veranstaltern und Soloselbständigen aus. Für viele von ihnen ist die Hilfe nur ein Tropfen auf den heißen Stein, weil sie auch in den letzten Monaten nicht oder nur eingeschränkt arbeiten konnten. Frank Schwämmle von Audiokonzept in Ahaus sieht das Ganze als Veranstalter etwas zwiegespalten:
Wir finden, das ist ein Schritt in die richtige Richtung, wir finden aber auch, dass es viel zu lange gedauert hat, bis sich die Politik mal zu diesen Maßnahmen bereit erklärt hat. Viele Kolleginnen und Kollegen, gute Kolleginnen und Kollegen gibt es schon gar nicht mehr am Markt. Die sind also in die Insovlent gegangen oder mussten anderweitig aufgeben und das hätte nicht sein müssen."
Unser Thema in der Morningshow
Unsere Morningshow-Moderatoren Daniel Krawinkel und Silvia Ochlast sprechen mit Jörn Ehlert aus den Nachrichten über die Reaktionen der betroffenen Betriebe. Hier gibt's den Mitschnitt aus der Sendung zum Nachhören.