
Laumann in Gronau
Wie gut ist die medizinische Versorgung im Westmünsterland? Und was bedeutet die Krankenhausreform für die Region? Darüber wurde am Abend bei einer Podiumsdiskussion mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in Gronau gesprochen. Das Fazit: Der Kreis Borken ist insgesamt gut aufgestellt - auch wenn es noch Herausforderungen gibt.
Veröffentlicht: Donnerstag, 16.04.2026 23:24
Diskussion zur Gesundheitsversorgung in Gronau
In der Aula des Gronauer Gymnasiums an der Laubstiege haben am Abend zahlreiche Besucherinnen und Besucher eine Podiumsdiskussion zur Gesundheitsversorgung im Westmünsterland verfolgt. Mit dabei waren neben NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann auch Hausärzte aus Epe, Vertreter des Antoniushospitals Gronau, der Chef der Notaufnahme sowie AOK-Nordwest-Vorstand Tom Ackermann. Im Mittelpunkt standen Fragen zur ärztlichen Versorgung auf dem Land, zum Hausärztemangel und zu den Folgen der Krankenhausreform.
Kreis Borken laut Laumann gut vorbereitet
Nach Einschätzung der Teilnehmer ist das Westmünsterland medizinisch insgesamt weiterhin gut versorgt. Trotz spürbarer Probleme bei der Nachbesetzung von Hausarztpraxen sei der Kreis Borken im Vergleich zu anderen Regionen gut aufgestellt. Gesundheitsminister Laumann betonte, dass im Kreis Borken frühzeitig Strukturen geschaffen worden seien, um die medizinische Versorgung langfristig zu sichern. Auch mit Blick auf die Krankenhausreform sieht er die Region auf einem vergleichsweise guten Weg.
Zusammenarbeit von Praxen und Kliniken als Schlüssel
Ein wichtiges Thema des Abends war die Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern. Gerade hier sehen viele Beteiligte noch Potenzial. Diskutiert wurde unter anderem, wie Notfallpraxen, Hausärzte und Kliniken künftig noch enger zusammenarbeiten können. Michael Knüvener, Internist und Hausarzt in Epe, warb für stärkere Netzwerke zwischen Praxen und Krankenhäusern. In Gronau gebe es dafür bereits konkrete Ansätze. Auch Laumann machte deutlich, dass er die Zukunft der medizinischen Versorgung in engeren Verbünden und Kooperationen sieht.
Lob für Gronauer Modell
Besonders positiv hob der Minister die Zusammenarbeit in Gronau hervor. Die dortigen Ansätze zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern seien aus seiner Sicht vorbildlich. Die „Kerngruppe der Ärzte Gronau und Epe“ habe bei der Veranstaltung gezeigt, wie eine bessere Vernetzung vor Ort gelingen könne. Das sei ein Modell, das auch für andere Regionen interessant sein könne. Die Podiumsdiskussion dauerte rund zwei Stunden. Die Aula war gut gefüllt - unter den Gästen waren viele Mediziner, Praxisteams und Patientinnen und Patienten aus Gronau und Umgebung. Am Ende fiel das Echo positiv aus. Viele Besucher zeigten sich zufrieden mit der Diskussion und den Antworten der Podiumsteilnehmer. Trotz des insgesamt positiven Fazits wurde auch deutlich: Ganz ohne Probleme ist die Lage nicht. Vor allem der Ärztemangel bleibt ein wichtiges Thema. In den kommenden Jahren werden viele Hausärzte altersbedingt ausscheiden. Für sie müssen Nachfolger gefunden werden.


