
Landrat rechnet nicht mit Endlager bei uns
Was den Untergrund angeht, eignen sich auch Teile des Kreises Borken für ein Atommüll-Endlager. Das steht in einem Zwischenbericht, der heute veröffentlicht wurde. Landrat Kai Zwicker sieht aber erstmal keinen Grund zur Sorge
Veröffentlicht: Montag, 28.09.2020 14:20
Salzstöcke im Kreis Borken bewegen sich
Der Zwischenbericht Teilgebiete ist der erste Meilenstein auf dem Weg zu einem Endlager für hochradioaktive Abfälle in Deutschland. Die Basis bilden Daten über den tiefen geologischen Untergrund, die die Bundesgesellschaft für Endlagerung erhoben hat. Nach diesem Zwischenbericht eignen sich - was die Geologie angeht - auch Teile unseres Kreisgebiets für den Standort eines Endlagers 300 Meter unter der Erde. Aber das ist noch kein Grund zur Sorge: Denn erstmal stehen wir ganz am Anfang des Prozesses. Das sieht man auch daran, dass sich nach den geologischen Daten mehr als die Hälfte des Bundesgebiets für einen Endlager-Standort eignet. Es werden jetzt noch viele weitere Faktoren mit einbezogen, die Öffentlichkeit wird beteiligt und erst 2031 soll dann im Bundestag eine Entscheidung fallen. Auch Landrat Kai Zwicker glaubt - nach einer ersten Einschätzung - nicht, dass das Atommüllenlager zu uns in den Kreis Borken kommt. Er sagt, wir liegen hier im Grenzraum auf einem Sole-Salz-Sattel. Das heißt wir haben zwar Salzstöcke - in denen werden ja auch im Nordkreis Öl und Gas gespeichert - aber die bewegen sich. Das haben wir ja bei dem großen Ölaustritt 2014 im Amtsvenn in Epe gemerkt. Und das ist keine gute Voraussetzung, wenn man dort radioaktiven Atommüll sicher lagern will.
Außerdem sei der Kreis Borken relativ dicht besiedelt und wir haben mit dem Zwischenlager in
Ahaus und der Urananreicherungsanlage Gronau schon zwei große Atomanlagen hier Westmünsterland. Trotzdem wird natürlich auch jemand von der Kreisverwaltung Mitte Oktober in Kassel dabei sein, wenn die Bundesgesellschaft für Endlagerung den Zwischenbericht im Detail vorstellt.