
Mythos 1: Deutschland ist im Klimaschutz schon ganz weit vorne.
Das stimmt leider nicht. Zwar hatte die Bundesregierung sich vorgenommen, bis 2020 40 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen als 1990, diese groß angekündigten Klimaziele für 2020 werden wir aber verfehlen. Denn voraussichtlich schaffen wir in Deutschland nur rund 30 Prozent weniger. Das liegt unter anderem daran, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien bundesweit nicht so läuft wie geplant: fast 40 Prozent des Stroms im öffentlichen Netz werden immer noch aus Braun- und Steinkohle gewonnen.
Anders sieht's hier bei uns im Kreis Borken aus. Wir sind nämlich tatsächlich Vorreiter was Erneuerbare Energien angeht: fast zwei Drittel unseres Stroms erzeugen wir durch Windkraft, Sonnenenergie und Biogas.
Mythos 2: Wir müssen weniger Fleisch essen, um das Klima zu retten.
Das stimmt so auch nicht. Denn unsere gesamte Ernährung macht nur etwa 15 Przent des CO2-Ausstoßes aus, so das Umweltbundesamt. Dennoch: Weniger Fleisch essen hilft dem Klima. Denn Fleisch belastet das Klima deutlich mehr als andere Nahrungsmittel, weil dafür viel Tierfutter hergestellt werden muss. Würden wir alle weniger Fleisch essen, hätte das natürlich schon einen Effekt: jährlich 8 Millionen Tonnen weniger CO2. Und wer zum Vegetarier oder Veganer wird, spart nochmal deutlich mehr CO2 ein. Denn auch die Produktion von Milch belastet das Klima. Da im Magen von Kühen entsteht Methan, ein besonders wirksames Treibhausgas. Daher ist auch Rindfleisch rund drei mal so klimaschädlich wie Schwein oder Geflügel und dreißigmal so schädlich wie Kartoffeln.
Mythos 3: E-Autos sind genauso klimaschädlich wie Diesel- oder Benzin-Autos
Das stimmt so halb. Ein neues E-Auto ist sogar noch schädlicher als ein Diesel- oder Benzin-Auto. Denn für die Herstellung der Batterien wird besonders viel Energie benötigt. Aber: je mehr Kilometer das E-Auto gefahren wird, desto klimafreundlicher wird es. Denn nach rund 80.000 Kilometern haben E-Autos eine bessere CO2-Bilanz ein Benziner oder ein Diesel-Auto. Das liegt daran, dass beim Verbrauch von Diesel und Benzin beim Fahren immer CO2 ausgestoßen wird, ein E-Auto fährt aber mit Strom und der soll immer klimafreundlicher werden.
Eine Studie des Fraunhofer Instituts folgert deshalb: Ein heute angeschafftes E-Auto liefert über seine Nutzungszeit hinweg einen relevanten Beitrag zur Senkung der Treibhausgase.
Mythos 4: Ein Einzelner kann wenig bewirken.
Das stimmt so nicht. Jeder von uns kann sich engagieren und seinen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wir können zum Beispiel weniger Fleisch essen und weniger mit dem Flugzeug reisen. Richtig ist aber: ein Einzelner kann das Klima natürlich nicht retten. Aber nichts tun, weil man nur wenig tun kann, ist der falsche Gedanke.