
Heute Abend 4. Castor-Transport von Jülich nach Ahaus? Protest-Aktionen geplant
Die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und im Kreis Düren rechnen für heute Abend mit dem vierten Castor-Transport von Jülich ins Zwischenlager Ahaus. Eine offizielle Bestätigung durch die Polizei gibt es bislang nicht. Trotzdem bereiten die Atomkraft-Gegner entlang der Strecke erneut mehrere Protestaktionen vor.
Veröffentlicht: Dienstag, 19.05.2026 03:55
Initiativen erwarten weiteren Transport nach Ahaus
Nach Angaben der beteiligten Initiativen soll der nächste Transport mit radioaktivem Müll das Forschungszentrum Jülich heute Abend verlassen. Ziel ist erneut das Zwischenlager in Ahaus. Eine offizielle Bestätigung liegt zwar nicht vor, doch die Anti-Atomkraft-Gruppen verweisen darauf, dass ihre Einschätzungen bei den bisherigen Transporten ebenfalls zutrafen.
In Jülich lagern nach Angaben der Initiativen derzeit noch 149 Castoren, die alle nach Ahaus gebracht werden sollen. Das Zwischenlager in Ahaus ist allerdings nur bis 2036 genehmigt, weshalb die Gruppen die Transporte grundsätzlich kritisieren und von einer ungelösten Endlagerfrage sprechen.
Mahnwachen und Fahrrad-Demos in Jülich und Ahaus geplant
Das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich plant für heute ab 18 Uhr erneut eine Dauermahnwache vor dem Forschungszentrum. In Ahaus soll um 18.30 Uhr am Bahnhof eine Fahrrad-Demo starten, die durch die Innenstadt bis zur Castor-Strecke am Schumacher-Ring führt.
Für 19 Uhr hat das Aktionsbündnis "Kein Atommüll in Ahaus" an der Kreuzung Schorlemer Straße / Schöppinger Straße eine Kundgebung mit anschließender Dauermahnwache vorgesehen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollen dort nach Angaben der Organisatoren ausharren, bis der Castor-Konvoi vorbeikommt.
Weitere Aktion auf Autobahnbrücke vorgesehen
Zusätzlich ist für 19.30 Uhr eine zweite Fahrrad-Demo angekündigt. Damit wollen die Initiativen auf aus ihrer Sicht unzureichende Sicherheitsvorkehrungen bei den bisherigen Transporten aufmerksam machen.
Geplant ist ein Aktions-Picknick auf der Autobahnbrücke über die A31 an der Schöppinger Straße. Anschließend soll die Route über die Brücke und am Zwischenlager vorbei zurück zur Mahnwache führen.
Kritik an Sicherheitsvorkehrungen und Informationspolitik
Die Atomkraft-Gegner kritisieren die bisherigen Transporte als unnötig und gefährlich. Sie verweisen auf mehrere Probleme bei den ersten drei Fahrten, darunter technische Verzögerungen, einen nicht rechtzeitig geladenen Sicherheits-Akku an einem Lkw sowie aus ihrer Sicht mangelnden Polizeischutz beim dritten Transport.
Besonders scharf wird kritisiert, dass beim vergangenen Transport kein Begleithubschrauber eingesetzt worden sein soll und mehrere Brücken unbewacht gewesen seien. Die Initiativen fordern deshalb, dass sich die Sicherheitsbehörden stärker auf mögliche reale Gefahren konzentrieren und werfen der NRW-Landesregierung vor, offene Fragen zu bisherigen Pannen nicht ausreichend zu beantworten.
Initiativen fordern Stopp der Transporte
Die beteiligten Gruppen sprechen von einem „Atommüll-Chaos“ und fordern einen Abbruch weiterer Transporte auf der Autobahn. Aus ihrer Sicht zeigen die Castor-Fahrten das grundsätzliche Versagen bei der Atommüll-Entsorgung.
Zu den beteiligten Organisationen gehören unter anderem die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“, das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich, das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, der Arbeitskreis Umwelt Gronau, SOFA Münster und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz.