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Ein Arzt misst in einer Bereitschaftspraxis in einem Krankenhaus in einem Untersuchungsraum bei einer Patientin den Blutdruck (gestellte Szene). Im Vordergrund liegt ein Stethoskop. (zu dpa: «Bürgermeister laufen Sturm gegen Pläne zu Notfallpraxen»)
© picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod
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Hausärztemangel droht: Versorgung im Westmünsterland unter Druck

Die Bertelsmann Stiftung warnt: In den kommenden Jahren könnte jede vierte Hausarztpraxis in Deutschland schließen. Auch im Westmünsterland spitzt sich die Lage zu – vor allem in ländlichen Regionen fehlt der medizinische Nachwuchs.

Veröffentlicht: Montag, 16.06.2025 03:57

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Versorgungslücken vor allem in ländlichen Gebieten

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Die hausärztliche Versorgung in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung könnten in den nächsten Jahren zahlreiche Hausarztpraxen wegfallen, weil viele Medizinerinnen und Mediziner in den Ruhestand gehen und der Nachwuchs fehlt. Besonders betroffen sind ländliche Regionen – so auch das Westmünsterland.

Im Kreis Borken zeigt sich ein gemischtes Bild: Während in Ahaus und Stadtlohn derzeit sogar mehr Hausärzte praktizieren als benötigt, spricht die Kassenärztliche Vereinigung in Gronau und Vreden von einer Unterversorgung. Besonders kritisch ist die Lage in Bocholt, Isselburg und Rhede, wo die hausärztliche Versorgung nur noch bei rund 82 Prozent liegt – deutlich unter dem Soll.

Die Zukunftsaussichten sind besorgniserregend. Viele Hausärztinnen und Hausärzte im Kreis Borken sind bereits über 60 Jahre alt und werden in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Der dringend benötigte Nachwuchs bleibt jedoch aus, vor allem auf dem Land. Junge Medizinerinnen und Mediziner wünschen sich flexible Arbeitszeiten, Teamarbeit und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf – klassische Einzelpraxen auf dem Dorf sind für sie oft wenig attraktiv.

Um dem drohenden Ärztemangel entgegenzuwirken, setzt die Kassenärztliche Vereinigung auf verschiedene Fördermaßnahmen. So werden beispielsweise Praxisdarlehen angeboten, die nur teilweise zurückgezahlt werden müssen, wenn sich Ärztinnen und Ärzte in unterversorgten Gebieten niederlassen. Dennoch sieht die Kassenärztliche Vereinigung vor allem die Politik in der Pflicht, gezielt Anreize für den ländlichen Raum zu schaffen und so die medizinische Versorgung langfristig zu sichern.

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