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Eichenprozessionsspinner Kreis Borken
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Eichenprozessionsspinner Kreis Borken

Die ersten von uns haben schon wieder Pusteln: der Eichenprozessionsspinner kündigt sich an. Deshalb reagieren unsere Städte und Gemeinden und auch die Straßenmeistereien. Sie besprühen betroffene Bäume mit einem Biozid. Das wird von den Raupen dann gefressen und verhindert die weitere Ausbreitung. Für andere Tiere oder auch uns Menschen ist das Biozid ungefährlich. Während der Arbeiten kann es hier und da zu kurzen Verkehrsstörungen kommen.

Veröffentlicht: Mittwoch, 20.04.2022 03:30

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Ab Mitte April beginnt die Raupenzeit des Eichenprozessionsspinners

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Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Münsterland sieht auch in diesem Jahr für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an Bundes- und Landesstraßen neben dem herkömmlichen Absuchen/Absaugen wieder das Aufsprühen eines Biozids (Wirkstoff: Bazillus Thuringiensis) auf befallene Bäume vor. Bei dem Biozid handelt es sich um eine Bakterium, dieses wird über die benetzten Blätter durch die jungen Raupen aufgenommen und verhindert die weitere Ausbreitung. Für Menschen, andere Tiere und Pflanzen ist dieses Mittel nicht schädlich. Das Aufsprühen des Biozids erfolgt zweimal mit einer Turbinenspritze in einem Intervall von 14 Tagen. In den zu bearbeitenden Bereichen kann es zu kleinen verkehrlichen Einschränkungen kommen. Die Straßenmeistereien im Münsterland sind mit dem entsprechenden Gerät ausgerüstet und werden in den kommenden Tagen in ihren jeweiligen Gebieten unterwegs sein.

Hintergrund

Ab Mitte April beginnt die Raupenzeit des Eichenprozessionsspinners, einer von Juli bis September aktiven Mottenart. Die Raupen sind für den Menschen auf Grund ihrer giftigen Behaarung gefährlich. Bei Kontakt mit der Haut können starke Juckreize oder allergische Schockreaktionen auftreten. Werden Raupenhaare eingeatmet, kann es zu Entzündungen der Atemwege kommen. Bei dem angewendeten Bekämpfungsverfahren werden die befallenen Bäume großflächig besprüht.

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Was tun die Städte?

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Unsere Städte und Gemeinden rüsten erneut zum Gegenangriff. Mit verschiedenen Mitteln:

Fadenwürmer, Biozide, Meisen. Unsere Städte und Gemeinden lassen sich einiges einfallen, um die Raupe schon vor dem Nestbau in den Griff zu kriegen. Denn das Absaugen der Nester ist teuer. In der Regel werden die Tiere präventiv vom Boden aus bekämpft. Hubschraubereinsätze wie es sie in Bocholt schon gab, sind in diesem Jahr nicht geplant. Stattdessen setzt man jetzt auf biologische Waffen. Bocholt nimmt ein Bakterium, das auf einem Protein basiert. Der Kreis Borken und Ahaus setzen auf Fadenwürmer. Die werden nachts auf die aktiven Raupen gesprüht. Zum Beispiel an den Kreisstraßen oder den Schulen des Kreises, aber auch an Spielplätzen oder belebten Punkten in Ahaus. Damit soll die Ausbreitung schon im Voraus möglichst eingedämmt werden. Auch Borken hat mit dieser Methode gute Erfahrungen gemacht und will in diesem Jahr damit weiter machen. Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist für unsere Städte und Gemeinden eine teure Angelegenheit. Borken hat im letzten Jahr 116.000 ausgegeben, in Stadtlohn sind 80.000 dafür eingeplant.

Auf Privatgelände muss übrigens jeder selbst für die Bekämpfung aufkommen. Wer ein Nest absaugen will, muss je nach Baum mit Kosten von mehreren hundert Euro rechnen.

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