
Corona in Zerlegebetrieb: Lockerungen in Gefahr?
Nachdem sich in einem Schöppinger Zerlegerbetrieb 25 Beschäftigte mit Corona infiziert haben, sorgen sich einige Westmünsterländer jetzt darum, dass die Inzidenz in die Höhe schnellt und weitere Lockerungen damit gefährdet wären. Landrat Kai Zwicker mit den Antworten.
Veröffentlicht: Freitag, 28.05.2021 12:40
Erster Corona-Ausbruch in Zerlegebetrieb seit dem Herbst
Im Rahmen einer turnusmäßigen Testung ist das Coronavirus bei 25 Beschäftigten eines Schöppinger Fleischzerlegungsbetriebes nachgewiesen worden. Jetzt soll geklärt werden, wie es dazu gekommen ist. Landrat Kai Zwicker hat frustriert auf die 25 neuen Coronafälle in einem Zerlegebetrieb in Schöppingen reagiert. Seit dem Herbst hat es einen so großen Ausbruch nicht gegeben. Noch ist unklar, wie es jetzt zu so vielen Infektionen kommen konnte, sagte er im Gespräch mit RADIO WMW. Denn eigentlich werden die Beschäftigten regelmäßig überprüft, zweimal pro Woche wird ein PCR-Test gemacht. Ob sich das Unternehmen möglicherweise nicht an Standards oder Hygieneregeln gehalten hat, muss jetzt geklärt werden. Dafür ist die Abteilung für Arbeitsschutz der Bezirksregierung Münster zuständig.
In den nächsten Tagen dürfte klar werden, wie viele Menschen sich möglicherweise noch in Schöppingen infiziert haben, die zum Beispiel mit Infizierten zusammenwohnen. Die Vorfälle machen eines ganz deutlich, sagt der Landrat: Es ist wichtig, dass wir uns weiterhin an alle Hygiene- und Abstandsregeln halten.
Helfen können auch mehr Impfungen. Geimpft sind aber bisher nur wenige Mitarbeiter in der Ernährungswirtschaft. Sie gehören zu Priogruppe 3, die jetzt erst dran ist.Außerdem gibt es in Teilen der Belegschaft mit Migrationshintergrund Vorbehalte gegenüber den Impfstoffen. Der Kreis will mit Sprachmittlern und Dolmetschern besser aufklären.
Das ganze Interview mit Landrat Kai Zwicker zum aktuellen Corona-Ausbruch in einem Zerlegebetrieb in Schöppingen könnt Ihr Euch hier anhören.
Inwieweit sich die Fälle auf unsere Inzidenz und Lockerungen auswirken
Aktuell wirkt sich der Fall aus Schöppingen nicht auf mögliche weitere Lockerungen bei uns im Kreis Borken aus. Die Infizierten zählen zwar ganz normal in die Coronainzidenz mit rein, diese liegt aber auch mit den neuen Fällen aktuell weiter unter 35. Das heißt, wir müssen erstmal keine Angst haben, dass wir Lockerungen deswegen zurücknehmen müssen. Unklar ist aber, ob sich nicht noch weitere Mitarbeiter, die mit den positiv getesteten zusammenwohnen, angesteckt haben. Das könnte die Zahlen nochmal erhöhen. Das könnte sich dann auf die nächste Lockerungsstufe nächste Woche auswirken. Da müssen wir aber die weiteren Coronatests im Betrieb abwarten.

