
Castor-Transport Ahaus live: Updates Kreis Borken
Ein Castor-Transport mit Atommüll ist aktuell unterwegs von Jülich ins Zwischenlager nach Ahaus. Hier findet ihr alle aktuellen Entwicklungen, Verkehrsinformationen, Eindrücke vor Ort und Hintergrundinfos.
Veröffentlicht: Dienstag, 24.03.2026 21:21
Planmäßiger Transport
Schneller als gedacht kam der Castor-Transport aus Jülich, laut der Polizei am Zwischenlager in Ahaus an. Laut der Polizei demonstrierten etwa 100 Personen lautstark aber friedlich an der geplanten Mahnwache, wenige Meter vom Eingang des Zwischenlagers in Ahaus. Alle Stimmen und Reaktionen hört ihr Live bei uns ab 06:00 Uhr in der Morningshow.
Live-Updates
25.03., 02:20 Uhr
- Ende der Mahnwache und des Transport
25.03., 02:10 Uhr
- Einfahrt Castor-Transport am Zwischenlager in Ahaus
- laut Polizei etwa 100 Demonstranten die lautstark mit Trillerpfeifen und Blechtrommeln friedlich demonstrieren
25.03., 01:55Uhr
- Ankunft Castor-Transport auf der Schöppinger Straße in Ahaus
25.03., 01:40 Uhr
- Schilder Abmontage am Kreisverkehr der Legdener Straße in Ahaus
24.03., 22.00 Uhr
- Castor-Transport ist unterwegs nach Ahaus
24.03., 20.00 Uhr
- Dauer-Mahnwache in Ahaus vor dem Zwischenlager bis der Transport dort angekommen ist
24.03., 19.30 Uhr
- Ankunft Demo beim Ahauser Rathaus
- laut Polizei etwa 500 Menschen
24.03., 18 Uhr
- Start Demo in Ahaus
- laut Schätzungen der Polizei rund 150 Menschen
Verkehr & Sperrungen
Sobald es konkrete Einschränkungen bei uns im Kreis Borken gibt, informieren wir euch hier und im RADIO WMW Programm darüber.
Unsere Reporter vor Ort
Sobald der Transport in Ahaus eintrifft, sind wir für euch vor Ort und berichten live - RADIO WMW Morningshow einschalten (ab 6 Uhr)!
Das Wichtigste im Überblick
Transport & Ablauf
- ca. 170 km Strecke quer durch NRW
- Dauer im Idealfall: ca. 4,5 Stunden
- zunächst 1 Castor-Behälter, insgesamt 152 geplant
- rund 2400 Einsatzkräfte der Polizei
- Konvoi: ca 100 Fahrzeuge, etwa 4 km lang
- Begleitung durch Hubschrauber
- Feuerwehr und Rettungskräfte eingebunden
Besonderheiten auf der Strecke
- mehrere Autobahnwechsel
- teilweise nur 5km/h möglich
- Gegenverkehr wird abschnittweise gestoppt
- Brücken werden einzeln passiert
- über 200 Brücken entlang der Strecke
- Verkehrsbehinderungen möglich
Hintergrund & Einordnung
Was sind Castor-Transporte?
Castor-Transporte bezeichnen den Transport von abgebrannten Brennelementen aus Kernkraftwerken sowie von hochradioaktivem Atommüll. Die Brennelemente werden in speziellen, sehr stabilen Behältern, den sogenannten CASTOR-Behältern, transportiert. Diese Behälter sollen radioaktive Strahlung abschirmen und den Inhalt über Jahrzehnte sicher lagern. Die Transporte erfolgen in der Regel per Lkw oder Bahn und führen oft zu großen Protesten entlang der Transportstrecken.
Warum gibt es sie?
Abgebrannte Brennelemente enthalten weiterhin hochradioaktives Material, das für die Lagerung und mögliche Wiederaufbereitung sicher transportiert werden muss. In Deutschland gibt es derzeit keine endgültige Endlagerstätte für hochradioaktiven Müll, weshalb er zunächst in Zwischenlagern aufbewahrt wird, wie zum Beispiel in Gorleben (Niedersachsen), in Lubmin bei Greifswald oder hier bei uns in Ahaus. Die Transporte dienen also dazu, Brennelemente von Kernkraftwerken in diese Zwischenlager zu bringen.
Warum sind sie umstritten?
Die Castor-Transporte stoßen aus mehreren Gründen auf Widerstand:
- Sicherheitsrisiken: Kritiker befürchten Unfälle oder Sabotage, die zu Freisetzung von Radioaktivität führen könnten.
- Politische Debatte um Endlager: Deutschland hat noch kein endgültiges Endlager, sodass Castor-Transporte als Symbol für ungelöste Atommüllproblematik gesehen werden.
- Umweltschutz und Anti-Atom-Bewegung: Die Transporte werden oft von Anti-Atom-Initiativen begleitet, die grundsätzlich gegen die Nutzung von Kernenergie sind.
- Öffentliche Proteste: An vielen Streckenabschnitten formieren sich Demonstrationen, Blockaden und zivilen Ungehorsam. Diese Proteste sind teilweise massiv, führen zu Polizeieinsätzen und medienwirksamen Auseinandersetzungen.
Einordnung:
- Die Castor-Transporte sind ein technisch notwendiger Teil der Atommüllverwaltung, solange es kein Endlager gibt.
- Sie verdeutlichen aber die gesellschaftlichen Spannungen rund um Kernenergie, Atommülllagerung und Energiepolitik.
- Historisch haben Castor-Transporte immer wieder große mediale Aufmerksamkeit erzeugt, insbesondere in den 1990er- und 2000er-Jahren im Zusammenhang mit den Transporten nach Gorleben.
- Für unsere Region hat das Thema besondere Bedeutung, denn eines der zentralen Zwischenlager liegt in Ahaus, direkt in unserem Kreis Borken. Hier werden bereits radioaktive Abfälle gelagert – und künftig könnten noch mehr hinzukommen: Insgesamt lagern im nordrhein-westfälischen Jülich derzeit 152 Castor-Behälter, die nach aktuellen Planungen ins Zwischenlager nach Ahaus transportiert werden sollen.
Fazit:
Castor-Transporte sind ein ungeliebter, aber notwendiger Bestandteil des deutschen Atomkraftwerksbetriebs. Sie stehen im Spannungsfeld zwischen Sicherheit, Technik, Umwelt- und Gesellschaftspolitik und symbolisieren die ungelöste Frage nach der Endlagerung von Atommüll in Deutschland.
Bilder von der Ankunft des Castor Transport in Ahaus
Weitere bildliche Eindrücke gibt es auf dem RADIO WMW Instagram Account. Hier geht es zum Account.



