
Stadtwaldlager diente verschiedenen Zwecken
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs diente es als Unterkunft für Geflohene aus Lettland, Estland und Litauen. Nach Angaben der Stadt Bocholt waren dort neben jüdischen Überlebenden von Konzentrations- und Vernichtungslagern ab 1950 auch zahlreiche Flüchtlinge aus der DDR vorübergehend untergebracht.
Führungen erinnern an Displaced Persons im Bocholter Stadtwaldlager
Wo heute Spaziergänger:innen den Stadtwald in Bocholt genießen, befand sich bis in die 1980er-Jahre das sogenannte Stadtwaldlager. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente es als Unterkunft für Geflohene aus Lettland, Estland und Litauen sowie für über 7.000 jüdische Überlebende von Konzentrationslagern. Ab 1950 fanden auch Flüchtlinge aus der DDR hier ein vorübergehendes Zuhause.
Rundgänge am 12. und 25. Oktober beleuchten ein fast vergessenes Kapitel der Stadtgeschichte
Am 12. Oktober 2025 und 25. Oktober 2025, jeweils um 14:30 Uhr, laden die Bocholter Heimatforscher Josef Niebur und Hermann Oechtering zu Führungen ein, die die wechselvolle Geschichte des Lagers beleuchten. Die Rundgänge dauern etwa 90 Minuten und sind Teil des Projekts „Blind Spots“, das die Geschichte der Displaced Persons in Westfalen-Lippe aufarbeitet. Oliver Brenn, Geschäftsbereichsleiter Kultur und Archiv der Stadt Bocholt, betont: „Die Rundgänge bieten einen eindrucksvollen Einblick in ein bislang wenig bekanntes Kapitel der Bocholter Stadtgeschichte und zeigen die Verbindungen Bocholts zur europäischen Fluchtgeschichte.“
Anmeldung erforderlich
Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.