
Apotheken wollen Medikamentenmangel entgegenwirken
Die Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes Gabriele Overwiening aus Reken ist fassungslos: Am Wochenende (17./18.12.22) hat Klaus Reinhard, der Bundesärztekammerpräsident uns alle aufgerufen, Medikamenten-Flohmärkte zu eröffnen.
Veröffentlicht: Dienstag, 20.12.2022 05:03
Apotheken helfen sich gegenseitig
Auch abgelaufene Medikamente könnten da teils unter Nachbarn getauscht werden, um dem akuten Medikamentenmangel zu begegnen. Das dürfe auf keinen Fall gemacht werden, sagt die oberste Apothekerin. Denn je nach Medikament könne das auch schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben. Auch sie weiß natürlich, dass einige Medikamente knapp sind - vor allem für Kinder. Aber in den Fällen werden Lösungen gefunden, sagt Overwiening. Denn je nach Alter oder auch Gewicht des Kindes, gebe es mehrere Möglichkeiten.U.a. können die Apotheken untereinander aushelfen oder sogar das ein - oder andere Medikament auf Rezept selber mischen. Auch der Bocholter Wolfgang Matenaer (Matenar), Sprecher der Apotheker im Kreis Borken bestätigt: "es ist zwar manchmal knapp, aber wir kommen so gerade noch hin." Er sagt, Schuld sei vor allem der über Jahre aufgebaute Kostendruck. 10 Zäpfchen für Kinder würden seit 15 Jahren für 1,21 Euro verkauft, trotz steigender Kosten. Da blieben für Hersteller manchmal nur noch 50 bis 60 Cent pro Packung für Herstellung, Verpackung und Transport. Wann sich die Situation entspannt, wagt Matenaer nicht zu prophezeien. Overwiening hofft, dass die Infektionswelle in etwa 4 Wochen abebbt und dann auch die Nachfrage nachlässt.