Hundesteuer - Behördenwillkür oder berechtigt?

Die Hundesteuer ist grundsätzlich nicht zweckgebunden. Das heißt, die Behörden müssen mit der Hundesteuer beispielsweise nicht dafür sorgen, dass der Kot von der Straße entfernt wird oder Tierheime finanziert werden.

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Hundesteuer ist nicht zweckgebunden

Die Kommunen können frei entscheiden, was mit den Einnahmen aus der Hundesteuer finanziert wird. Hundebesitzer müssen die Hundesteuer also einfach zahlen, weil sie einen Hund besitzen.

Weitere Fakten zum Thema Hundesteuer findet Ihr hier und hier.

Brigitte aus Südlohn fordert: weg mit der Hundesteuer

Brigitte aus Südlohn hat mit dieser Forderung aufhorchen lassen

"Ich empfinge diese Hundesteuererhebung als reine Behördenwillkur. Das ist gutes Geld, was in die Gemeindekasse einfließt. Wenn es zweckgebunden wäre, wäre es vielleicht noch eine andere Geschichte. Aber so sehe ich das nicht gegeben und plädiere weitere dafür, dass die Hundesteuer abgeschafft wird, wenn man nicht im gleichen Zuge auch Pferdesteuer oder ggf. auch Katzensteuer erheben würde."

Eingeführt wurde die Hundesteuer früher als "Luxussteuer" - mittlerweile dient sie aber auch zur Begrenzung der Hundezahlen. Brigittes Antrag wird heute Abend im Rathaus in Oeding diskutiert. Bürgermeister Christian Vedder findet solche Anträge absolut gerechtfertigt

"Gleichbehandlung für alle ist immer ein guter Grund. Allerdings hatten wir bislang nicht so richtig viele Pferde in Südlohn, sodass der Aufwand wahrscheinlich mit dem Ertrag nicht in Übereinstimmung zu bringen ist. Bei Katzen kann man sicher darüber nachdenken. Da gäbe es sogar ordnungspolitisch auch den Grund zu sagen 'was ist mit Kastrationspflicht' etc. Also da würde ich auch offen sein zu sagen 'das ist mal eine Idee, die man aufgreifen kann'. Insofern finde ich die Anregung insgesamt ganz gut."



Daniel & Silvia diskutieren heute Morgen darüber

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Die Hundesteuer in unseren Kommunen (beispielhaft)

Ahaus

  • Für den ersten Hund verlangt die Stadt 42 Euro. Teurer wird es bei mehreren Hunden: Der zweite Hund kostet 60 Euro, der dritte Hund 72 Euro.
  • Die Stadt hat 2019 150.000 Euro durch die Hundesteuer eingenommen.
  • Es gibt keine höhere Hundesteuer für Kampfhunde (anders als z.B. in Borken)
  • Die Hundesteuer ist nicht zweckgebunden, die Kommune kann die Einnahmen frei verwenden.

Bocholt

  • Die Haltung eines Zweit- oder Dritthundes wird teuerer versteuert als der Ersthund.
  • Die Stadt hat 2019 415.000 Euro durch die Hundesteuer eingenommen.
  • Ziel der Steuer: Vornehmlich ordnungspolitische Ziele, die unter anderem dazu beitragen sollen, die Zahl der Hunde zu begrenzen.
  • Steuereinnahmen fließen in den städtischen Haushalt und werden als allgemeine Finanzierungsmittel verwendet (keine Zwecksbindung für Hunde).

Gronau

  • Für den ersten Hund verlangt die Stadt 42 Euro. Der zweite Hund kostet 66 Euro, der dritte Hund 81 Euro.
  • Kampfhunde kosten 400 Euro pro Hund, jeder weitere Hund kostet 500 Euro.
  • Ausgenommen sind Hunde von Behörden oder Einrichtungen, Blindenhunde, Hunden, die zum Schutz und zur Hilfe hilfloser Personen unentbehrlich sind und ausschließlich für diesen Zweck verwendet werden.
  • Tierheimhunde werden im ersten Jahr von der Steuer freigestellt

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