Asbest in unseren Schulen

In fast allen Bocholter Schulen dürfen Lehrer und Hausmeister keine Nägel mehr einschlagen, Pins oder Heftzwecken in die Wand drücken oder Tesafilm aufkleben. Grund dafür sind die Asbestfunde im Wandputz beispielsweise der Clemens-Dülmer-Schule.

Das geht aus einer Handlungsanweisung hervor, die Bürgermeister Peter Nebelo und Stadtbaurat Daniel Zöhler jetzt an die Schulen verschickt haben, deren Gebäude aus der Zeit vor 1993 stammen – und das sind bis auf die Annette-von-Droste-Hülshoff-Schule und den Neubau am Benölkenplatz alle. Anlass sind die Asbestfunde im Wandputz beispielsweise der Clemens-Dülmer-Schule.

Was ist Asbest?

Asbest sind natürlich vorkommende, faserförmige Silikatminerale, also eine Gruppe natürlich vorkommender faserförmiger Minerale. Es ist nich brennbar, reiß- und zugfest, flexibel, elastisch und isolierend. Genau deswegen wurde es häufig in Industrie und Gewerbe, aber auch im häuslichen Bereich zur Dämmung verwendet. So wurde es in Dachplatten, Rohren und Fassadenverkleidungen verbaut, bis es im Jahr 1993 schließlich verboten wurde.

Wieso ist es so gesundheitsschädigend?

Fortschreitende Abnutzung bzw. bei mechanischer Bearbeitung wie Bürsten, Bohren, Brechen, Sägen o.ä. werden die Asbestfasern freigesetzt und diese Fasern sind gesundheitsgefährdend. Sie sind für uns nicht sichtbar und können über die Atemluft in die Lunge gelangen und sich dort später im Lungengewebe ablager. Unser Körper kann diese Asbestfasern nicht abbauen und so besteht die Gefahr der Asbestose. Diese Krankheit erhöht das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Wandern die Fasern weiter, können sie sogar Bauch- oder Brustfellkrebs verursachen - oft auch erst 20-30 Jahre später.

Mittlerweile besteht aber Herstellungs- und Wiederverwendungsverbot für Asbestprodukte. In einigen Gebäuden, die vor 1993 gebaut wurden, wurde Asbest aber noch verwendet.

Wie schütze ich mich?

Wir sollten versuchen Asbeststaubfreisetzung zu verhindern, das heißt: asbesthaltige Abfälle nicht werfen, brechen oder zerkleinern.

Bei Heimwerkarbeiten am eigenen Haus kann es unabsichtiglich zu Beschädigungen und letztendlich zu einer Freisetzung der Fasern kommen. Wenn das Haus vor 1993 gebaut und nicht umfassend saniert worden ist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Haus Asbest enthält. Daher sollten wir vor der Sanierung einen Sachverständigen aufsuchen, der von verschiedenen Bauteilen zunächst einmal eine Probe nimmt. Sollte Asbest tatsächlich Bestandteil des Hauses sein, sollten wir ein Fachunternehmen mit der Sanierung beauftragen.

Aber keine Panik!

Wir müssen uns keine übertriebenen Sorgen machen, wenn sich Asbest in unseren Häusern, Schulen o.ä. befindet. Heutzutage gibt es bewährte Verfahren zur Behandlung von Asbest. Das größte Risiko an Asbestose und Lungenkrebs zu erkranken haben Arbeiter, die beruflich ohne ausreichnenden Schutz hohen Belastungen ausgesetzt waren, wie zum Beispiel häufiges Flexen von Asbestzement. Die im häuslichen Bereich auftretenden Belastungen sind vergleichsweise gering.

Doch was bedeutet das jetzt für die Schulen im Westmünsterland?

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